Smarte Städte in der Schweiz: vielfältige Aktivitäten nach zögerlichem Start

Eine Medienmitteilung des asut

Bern, 27. Juni 2019 – Lebensqualität steigern, Ressourcen schonen und Dienst­leis­tun­gen effizienter erbringen – dies sind die primären Ziele von Schweizer Smart Cities. Im in­ter­na­tio­na­len Vergleich eher zögerlich gestartet, verfügen heute zahlreiche Schweizer Städte und Gemeinden über Smart City-Strategien und setzen diverse Projekte um. Er­folgs­fak­to­ren, um die Smart City-Bewegung in der Schweiz voranzutreiben, sind eine stärkere Vernetzung und Da­ten­platt­for­men. Dies einige der wichtigsten Resultate der Sta­ke­hol­der­ana­ly­se «Smart City Switzerland», die im Auftrag vom Bund und relevanten Dachverbänden durchgeführt wurde.


Weltweit stehen Städte vor immer grösseren und vielfältigeren Her­aus­for­de­run­gen. Von der Unterstützung durch digitale Technologien erhofft sich die öffentliche Hand mehr Lebensqualität für die Bevölkerung, einen schonenderen Umgang mit Ressourcen, einfachere Verfahren und effizientere Prozesse. Zuerst in den Metropolen angewendet, nimmt diese Entwicklung auch in der Schweiz Fahrt auf. Wo stehen Schweizer Städte und Gemeinden auf dem Weg zur Smart City heute? Und welche Akteure nehmen in diesem Prozess welche Rolle ein? Die Sta­ke­hol­der­ana­ly­se «Smart City Switzerland» leistet einen Beitrag zur Klärung dieser Fragen. Auftraggeber der Analyse sind asut – Schwei­ze­ri­scher Verband der Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on, das Bundesamt für Energie (mit dem Programm Smart City Schweiz), der Schweizerische Städteverband und der Smart City Hub. Erstellt wurde die Untersuchung von der AWK Group in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW).


Von der Strategie zur (lokalen) Umsetzung
Im in­ter­na­tio­na­len Vergleich kam die Smart City-Bewegung in der Schweiz eher zögerlich in Gang. Inzwischen verfügt jedoch ein Drittel der Städte und Gemeinden, die sich an der Studie beteiligt haben, über eine Smart City-Strategie. Ein weiteres Drittel ist derzeit daran, eine Strategie zu erarbeiten. Bei den Unternehmen ist eine Smart City-Strategie ebenfalls bei gut einem Drittel vorhanden; allerdings haben nur rund weitere zehn Prozent eine Strategie in Planung.


Auf die Frage, in welchen Bereichen bereits Produkte und Dienst­leis­tun­gen bestehen, zeigen sich bemerkenswerte Unterschiede: Die höchste Verbreitung finden Produkte und Dienst­leis­tun­gen in den Bereichen «Smart Environment», «Smart Government» und «Smart Mobility»; gut 50 Prozent der antwortenden Städte und Gemeinden verfügen in diesen Bereichen über (Pilot-)Projekte. Weniger verbreitet sind Produkte und Dienst­leis­tun­gen in den Bereichen «Smart Economy», «Smart People» oder «Smart Living».


Beinahe zwei Drittel der Städte und Gemeinden geben an, über ein Budget für Smart City-Produkte oder -Dienst­leis­tun­gen zu verfügen oder ein solches geplant zu haben. Dies lässt den Schluss zu, dass Zahl und Themenbreite von Smart City-Projekten weiter zunehmen werden. In Städten und Gemeinden sind 80 Prozent der Smart City-Projekte lokal ausgerichtet. Dagegen haben derartige Produkte und Dienst­leis­tun­gen für die Un­ter­neh­mens­ver­tre­ter innerhalb der Studie zu 90 Prozent eine nationale oder internationale Dimension.


Vernetzung als Erfolgsfaktor, Silodenken als Hürde auf dem Weg zur Smart City
Was sind wichtige Er­folgs­fak­to­ren auf dem Weg zu einer Smart City? Sowohl aus der Befragung wie aus den Ex­per­ten­in­ter­views wird deutlich, dass die Vernetzung in- und ausserhalb der Stadt resp. der Gemeinde, geeignete Plattformen für den Datenaustausch und eine entsprechende Strategie sowie die politische Unterstützung besonders wichtig sind. Weiter zeigen Erfahrungen aus dem In- und Ausland, dass der Einbezug der Bevölkerung für den Erfolg von Smart City-Aktivitäten aus­schlag­ge­bend ist.


Als Hürden, welche die Umsetzung von Smart City-Projekten bremsen, wurden das «Silodenken» innerhalb der Verwaltung und die Tendenz zu Insellösungen, resp. fehlende Schnittstellen identifiziert.


Eine grosse Bedeutung messen die Akteure und Smart City-Interessierten der IT-Sicherheit zu. Diese wird damit zu einer Schlüs­sel­kom­pe­tenz in der weiteren Entwicklung von Smart City in der Schweiz.


Zusammenarbeit unter verschiedenen Vorzeichen stärken
Die Resultate der Sta­ke­hol­der­ana­ly­se «Smart City Switzerland» zeigen die hohe Bedeutung von Plattformen und Initiativen, welche den Austausch unter den Akteuren fördern. Eine Reihe von Städten und Gemeinden pflegen diesen Austausch auch international. Auch die Auftraggeber fördern die Zusammenarbeit und die Vernetzung unter den Akteuren.


Innovative Kol­la­bo­ra­ti­ons­for­men zwischen den verschiedenen Stakeholdern sind ebenso anzustreben, wie einfache Plattformen für den Er­fah­rungs­aus­tausch. Mitunter liegt eine Her­aus­for­de­rung in der «Coopetition», d. h. der Zusammenarbeit zwischen Partnern, die gleichzeitig Konkurrenten sind.


Die Auswertungen der Sta­ke­hol­der­ana­ly­se «Smart City Switzerland» sowie der zu­sam­men­fas­sen­de Bericht können her­un­ter­ge­la­den werden unter:



Zur Studie
Durchgeführt wurde die Sta­ke­hol­der­ana­ly­se von der AWK Group AG in Zusammenarbeit mit der ZHAW. Mittels einer Web-Umfrage wurden die Einschätzungen von Expertinnen und Experten in der Schweiz eingeholt. 215 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt, davon 58 Vertreterinnen und Vertreter aus Städten und Gemeinden der Schweiz, 97 Unternehmen (Beratung, Technologie, Start-up) sowie 60 weitere (För­de­rungs­pro­gramm, For­schungs­in­sti­tu­ti­on, Verband/Verein, andere). Ergänzend zur Web-Umfrage wurden Ex­per­ten­in­ter­views mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft, Ver­wal­tungs­an­ge­stell­ten einer grösseren Stadt und einer kleineren Gemeinde sowie mit Vertretern von zwei europäischen Städten geführt.


Weitere Auskünfte:

  • Dominik Müller, asut, +41 (0)79 439 96 00
  • Urs Meuli, Bundesamt für Energie BFE, +41 (0)58 462 39 61
  • Benjamin Szemkus, Smart City Schweiz, +41 (0)77 424 64 59
  • Stefan Metzger, Smart City Hub, +41 (0)79 265 60 30
  • Martin Tschirren, Schwei­ze­ri­scher Städteverband SSV, +41 (0)76 561 16 52
Smarte Städte
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Bericht Sta­ke­hol­der­ana­ly­se Smart City Switzerland

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Auswertungen Sta­ke­hol­der­ana­ly­se Smart City Switzerland

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